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Große
Inspektion...
Die Garantie auf den Motor ist abgelaufen und auch
sonst habe ich keinerlei Gewährleistungen oder sonstiges mehr zu
erwarten... da kam die Frage auf, soll ich denn dann überhaupt noch
die Inspektion vergeben?
Bei allen mache ich die selbst und führe auch hier
alle Reparaturen durch - nur die Inspektionen ließ ich wegen
Garantie oder dem eventuell höheren Wiederverkaufswert ausführen
(Checkheft).
Wenn man aber bedenkt, dass eine große Inspektion
(mit Zündkerzenwechsel und Bremsflüssigkeitswechsel) um die 900 Euro
in einer freien Werkstatt kostet und im PZ eher noch mehr... PUH!
Dabei ist das nicht die Welt, die da gemacht wird (braucht nur seine
Zeit... ohne Hebebühne erst recht).
Also habe ich diesmal selbst Hand angelegt...
Ich habe dann auch wirklich gleich alles gemacht,
was zum Teil nur optional zur großen Inspektion angegeben ist... das
heißt:
1) Polyrib-Riemen (Antrieb aller Nebenaggregate)
ersetzt
2) Zündkerzen gewechselt
3) Öl- und Ölfilter gewechselt
4) Bremsflüssigkeit gewechselt
Der Luftfilter war erst vor wenigen Kilometern
dran und Innenraumfilter ist im Sommer (fahre quasi nur offen) fast
lächerlich. Aber wird auch noch getauscht, kost ja quasi nichts...
Als erstes würde ich mit dem Luftfilter anfangen
(siehe auch
Beitrag
zum Luftfilter). Wie man von oben an den Motor kommt, habe ich
noch nicht explizit beschrieben - aber dazu gibt es schon so viele
Anleitungen im Netz - ich denke das bekommt jeder hin?! Ich versuche
eine in englisch zu
verlinken und hoffe es klappt (PDF).
Danach den Polyrib-Riemen... dafür muss der
Teppich hinter den Sitzlehnen weg. Unten ist er nur eingesteckt -
oben ist er über 4 Clips (rote Kreis in Bild 1) fest - kommt man
eigentlich nur recht ran, wenn man zuvor den oberen Teppich der
Motorabdeckung und ggf. das Bose-Lautsprechersystem anhebt oder
ausbaut. Bei mir waren alle 4 Befestigungen ausgerissen!! Das heißt,
dass das mal jemand (um Zeit zu sparen?) einfach rausgezogen hat.
Ich gebe zu, das hält dennoch und ist deswegen nicht so schlimm -
aber da bisher nur Werkstäten dran waren, ist das doch ärgerlich!!!
Als nächstes die 10er Schrauben und Muttern
entfernen, die die Motorabdeckung halten und Abdeckung abnehmen. Da,
auf Bild 2, isser mal wieder zu sehen, der Motor :-)
Mit einer 24er Nuss (oder Schraubenschlüssel) kann
man den Riemen im Uhrzeigersinn entspannen. Merken, wie er lief
(Foto machen). Neuen Riemen rein, sauberen Sitz prüfen und ich habe
sogar kurz den Motor angeworfen um zu sehen, dass alles richtig
läuft.
Falls ihr zufällig (wie ich) einen überarbeiteten
Motor drin habt, schaut (oder fragt) nach, ob das
Wasserpumpenantriebsrad noch original ist. Mir ist es beim Einkauf
der Ersatzteile gerade noch in den Sinn gekommen, dass meiner ein
kleineres Antriebsrad bekommen hat, damit die Wasserpumpe mehr läuft
/ schneller dreht (im Leerlauf wichtig). Kleineres Rad, so ratterte
es in meinem Kopf, heißt doch eigentlich kürzerer Riemen. Auf
Nachfrage bei meinem Motor-Umbauer kam dann gleich ein "ja, stimmt,
Sie brauchen einen in der Länge xy". Gut das ich gefragt hatte und
ich würde mal gerne "Mäuschen" spielen, was da nun passiert wäre,
wenn der in einer freien Werkstatt (oder auch im PZ) zur Inspektion
steht und der Standard-Riemen passt nicht...
Jetzt kann man hier schon wieder alles
zusammenbauen.
Weiter geht es mit den Zündkerzen. Hierfür heißt
es hinten aufbocken und die 2 Abdeckungen (rot angedeutet im Bild 3)
abnehmen (Bild 4), damit man auf die Kerzenstecker (mit integrierter
Zündspule) schauen kann.
Zum Ausbau wird ein Torx T40 benötigt und ich kam
am besten mit einer kleinen 1/4 Zoll Rätsche mit diversen
Verlängerungen und einem Gelenkeinsatz an die Schrauben ran (Bild
5).
Wichtig: der Stecker der Zündspule hat einen
kleinen Clip (siehe linken Kreis auf Bild 6). den sieht man am
besten, wenn man die Gummiabdeckungen nach oben schiebt. Dann Clip
lösen (geht ganz leicht mit dem Fingernagel) und Steckverbindung
trennen.
Jetzt kann der Kerzenstecker mit Zündspule
abgezogen werden. Beim späteren Wiedereinsetzen darauf achten, dass
der Stecker nicht eingeklemmt wird - am besten etwas nach oben
schieben, damit er aus dem Weg ist.
Zum rausdrehen der Kerze geht so ein günstiger
T-Griff Schlüssel für Zündkerzen mit dem kleinen SW17 (hier gelb im
Bild 7) - besser aber ist eine 1/2 Zoll Rätsche mit einem
Rohrschlüssel in 17mm. Ich habe hier aus Mopped-Bordwerkzeugen
diverse rumliegen und einer passt perfekt... danach ein Kreuzgelenk
und eine Verlängerung, dann kann man alle Kerzen recht problemlos
erreichen und lösen.
Damit auch die neuen Kerzen (vorsichtig!!) wieder
einschrauben. Vorsicht vor allem bei den ersten Gewindegängen walten
lassen, bis das Gewinde sauber greift. Ja nicht mit Gewalt...
Meine gingen alle problemlos einzudrehen - man
kann sonst aber auch ein wenig Fett bzw. Kupferpaste oder
Keramikpaste auf das Gewinde geben.
Kerzen mit mäßigem Drehmoment anziehen. Ich schau
bei solchem Pippifax eigentlich nicht nach den genauen Drehmomenten,
das habe ich im Gefühl... keinesfalls übertreiben - aber auch nicht
nur per Hand anziehen! Witz die locker kann die sich mit jeder
Verbrennung (Explosion) ein wenig bewegen und das Gewinde im Kopf
damit zerstören! Um das hier aber genau benennen zu können habe ich
geschaut und finde 28Nm als Angabe.
Alle wechseln, Zündspulen festschrauben (auch
nicht zu fest) und Stecker aufstecken. Wichtig: Der Stecker muss
einrasten!! Wenn der später beim Fahren abrutscht, ärgert ihr
Euch...
Abdeckungen montieren, Rad drauf und noch kurz
anschauen, wie ihr als nächstes von unten am besten an die
Ölverschlussschraube und den Ölfilter rankommt und schon mal
passendes Werkzeug dafür bereitlegen. Ich habe sogar das
Ölfiltergehäuse gelöst und etwas WD40 an die Verschraubung gesprüht
und leicht angezogen, damit es später heiß leichter aufgeht.
Nun habe ich eine Testfahrt gemacht, da der
Ölwechsel dran ist und das Öl schön warm sein sollte (läuft besser
ab UND alle Schwebstoffe sind im Öl und haben sich noch nicht auf
der Ölwanne usw. abgelegt).
Um ohne Hebebühne ranzukommen muss er nach dem
warmfahren kurz wieder ein den Wagenheber, da man sonst nicht
rankommt. Verbrennt Euch nicht am Auspuff oder den Krümmern!!
Öleinfülldeckel im hinteren Kofferraum öffnen und
eine schöne, flache Ablasswanne mit minimal 10 Liter
Fassungsvermögen unter die Ablassschraube stellen und Ablassschraube
rausdrehen (schaut, dass ihr Euch nicht mit dem Öl verbrühen
könnt!). Dann gleich noch den zuvor gelockerten Ölfilterdeckel
aufdrehen (auch hier kommt etwas Öl mit raus) und Gehäuse abnehmen.
Ölfiltereinsatz abziehen.
Fahrzeug vom Wagenheber ablassen und das Öl
vollständig ablaufen lassen... dann wieder aufbocken,
Ölfilterpatrone einsetzen, Deckel mit neuem O-Ring (ölbenetzt)
aufschrauben, Ölablassschraube (mit Dichtung) einsetzen und mäßig
anziehen.
Öl einfüllen (mal so um die 8 Liter) und etwas
setzen lassen. Öleinfülldeckel aufschrauben und Motor anlassen,
damit das Öl sich verteilen kann. Öl wieder absinken lassen und nun
über die elektrische Ölstandsanzeige den Ölstand auf knapp Maximum
auffüllen (zumindest ich fahre immer gerne mit einem relativen hohen
Ölstand). Aber natürlich nicht überfüllen!!!
Nun fehlt noch der Bremsflüssigkeitswechsel. Hier
könnt ihr über einen Tester ggf. auch zuvor nachsehen, ob
erforderlich.
Das wechseln geht zumindest bei meinen Felgen
recht easy, da ich ohne Felgendemontage an die Entlüftungsschrauben
komme. Ich entlüfte nach dem gaaaanz alten 2-Mann (besser ein Mann +
meine Ehefrau *g*) Prinzip... Frau pumpt nach meinen Anweisungen und
ich entlüfte.
Hierauf möchte ich nicht genauer eingehen - wer
nicht weiß, wie das richtig geht, kann damit auch wirklich zu einer
Werkstatt gehen - kost nicht viel und mit deren Unterdrückpumpen
usw. geht das RuckZuck. An der Bremse würde ich nicht sparen, wenn
die Erfahrung dazu fehlt!!
Tja - das war es auch schon... außer ev. noch dem
Rücksetzen der Intervallanzeige. Ich habe ein wenig vor dem Termin
gewechselt und befürchte, dass die Anzeige demnächst kommt. Das
Rücksetzen geht nach momentanem Wissensstand nur mit einer
Porsche-Tiefendiagnose und nicht mit Affengriffen oder normaler
OBD2. :-(
Ich war so frei mir für meine privaten
Inspektionen nun einen passenden Stempel machen zu lassen
:-) Aber Vorsicht... niemals den Anschein erwecken wollen,
dass er in einer Meisterwerkstatt war, ohne dass dies der
Fall ist / war!!!
Aber dazu noch eine kleine Anmerkung meinerseits: Ich bin
mir 100% sicher, dass ich bei meinen Wartungen (wie manche
anderen Schrauberverrückten auch) eine mindestens so gute
Leistung erbringen wie die Werkstätten, die auch noch
Zeitdruck haben und keine Beziehung zum Fahrzeug. Außerdem
sind mir Dinge wie "blabla geht nicht richtig, das sollen
die in 8000km bei der Inspektion mitmachen" total fremd.
Wenn irgendwas nicht i.O. ist, wird das umgehend gemacht!!!
Wartungsstau ist für mich fast unerträglich...
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