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...was man "unter der Haube" hat :-)

Blick auf die Zylinderkopfschrauben,
die unter den Nockenwellenlagern sitzen

Die Nockenwellen und deren gewellten
Führungen...

Die Einspritzanlage...

Die Einspritzdüsen...

Die Gierschlünde :-) UND
Thermostatgehäuse mit Entlüftungsschraube!

...da geht was rein :-)

Der hintere Zylinder - hier noch mit
der Nockenwellenhaube (erster Blick)...

Sicherung der Steuerkette hinten...

Hier mal noch der benötigte
Einsatz für die Zylinderkopfschrauben! Am besten auch noch gleich
einen zweiten in kürzerer Ausführung dazu kaufen, denn mit dem wird
es an manchen Stellen schon recht eng!
Bilder zum "12.000 km später (Nachtrag)"...

Zylinder vorne (Dichtflächen gereinigt) Kopf
vorne (gereinigt)

Alte, vordere Kopfdichtung
Hintere Kopfdichtung (m.E. unten rechts def)

Zylinder hinten (Dichtflächen gereinigt) Kopf
hinten (gereinigt)
Anmerkung: Der hintere Kopf sieht
deutlich schöner aus, als der Vordere, weniger Ablagerungen...
könnte mir zwei Gründe vorstellen - einer wäre schon beseitigt :-)
Aber das nur am Rande - nicht schlimm... |
Wenn das Kühlwasser spritzt... (Bild
1 /
2)
(Auch wenn der Bericht etwas lang ist - es lohnt
sich m.E. ihn ganz zu lesen, wenn man eine 1200ccm Morini
besitzt...)
Es ist nicht wirklich unbekannt
- aber dennoch wird nicht gerne darüber geredet(?)... vor allem bei den
Modellen bis 2008 wurden die Zylinderkopfschrauben wohl gerne etwas
"nachlässig" angezogen ODER die Schrauben lösen sich wegen
schlechter Anzugsreihenfolge (wurde später geändert, mehr dazu
später!)... was natürlich auch folgen hat...
Wer jetzt sagt "meine wurde
2009 zugelassen, interessiert micht nicht"... VORSICHT!!! Es betrifft
das Baujahr (noch genauer das Baujahr des Motors) und nicht die
Erstzulassung der Mühle... ein Kumpel fährt eine Corsaro mit EZ 2011, die
aber dennoch 2007 produziert wurde (und die hat übrigens das hier
beschriebene Problem auch!)...
Als Vorgeschichte wäre es ev. nicht schlecht
folgende meiner Seiten über den Kühlmittel-Ausgleichsbehälter zu lesen
KLICK
...
Nun zu dem Problem...
das entsteht, wenn die
Kopfschrauben nicht richtig angezogen sind: Der Verbrennungsdruck
(vor allem bei hohen Drehzahlen um den Begrenzer herum) wird von der
Dichtung nicht mehr gegen den Kühlwasserkreislauf abgedichtet und
somit wandert ein Teil des Überdrucks der Verbrennungsexplosion in
den Kühlerkreislauf... das im Kühlerdeckel integrierte
Überdruckventil, welches den Druck auf 1 Bar hält (also erst über 1
Bar öffnet), geht wegen dem Überdruck auf und die Luft entweicht in
den Ausgleichsbehälter... steht in diesem aber nun Kühlerwasser (wie
es entgegen einiger, anders lautender Einträge in "den" Foren sein sollte!!!) spritzt dieses, getrieben durch den Überdruck (der auch zusätzliches Kühlerwasser
"mitbringen" kann), aus der kleinen Bohrung des
Kühlwasser-Ausgleichsbehälters in´s Freie bzw. an die obere
Gabelbrücke und verteilt sich dann durch den Fahrtwind gerne über das
komplette Mopped...
Verstärken (vor allem zum Testen der eigenen Kiste)
lässt sich das (nach bisherigen Versuchen) noch dadurch, dass man,
wenn die Kiste schon ein bisschen unter Volllast (gerne Bergauf) im
Begrenzer wimmert, das Gas schlagartig wieder zu macht - also vom
"orgeln" in höchsten Drehzahlen in den Schiebebetrieb wechselt und
das mehrfach hintereinander UND (ich wiederhole) natürlich mit ETWAS Kühlflüssigkeit
im Ausgleichsbehälter!!
Es muss nicht beim ersten mal gleich was
passieren... es könnte auch nur minimal zusätzliche Flüssigkeit in
den Ausgleichsbehälter kommen und die Luft erst mal einfach
entweichen... aber der Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter steigt
bei jedem mal an, bis es irgendwann so weit ist...
Bei mir war es so, dass ich eine größere Tour
gemacht habe (nach Umbau auf den neuen Ausgleichsbehälter und somit
dann mal wieder korrekt mit Kühlflüssigkeit im
Ausgleichsbehälter)... irgendwann, nach bestimmt schon 200
Kilometern fahrt, habe ich es an einem Berg mal so richtig krachen
lassen... und prompt hatte ich ein paar Spritzer Flüssigkeit auf
meinem Tacho und auf dem Visier... und wie ich später sah, auch auf
der Gabelbrücke usw.
War schwer verwundert und habe mal nach dem
Kühlwasserstand im Ausgleichsbehälter geschaut... höher als von mir
eingefüllt!!!! Habe dann ein bisschen abgelassen und weiter ging die
Fahrt... es passierte irgendwo wieder und so habe ich am kommenden
Tag nochmal meinen Kumpel kontaktiert, dessen (o.g.) 2011er Corsaro
wegen dem selben Problem (zu dieser Zeit) in der Werkstatt steht um die
Zylinderkopfdichtungen zu wechseln... er beschreibt das Problem
genau gleich - nur passiert es schneller - sprich auch schon bei
gemäßigterem Umgang... aber auch hier Gas weg und die Fontäne
(allerdings wohl deutlich mehr als bei mir) spritzt...
So bin ich also am Folgetag mit frisch befülltem
Kühler (auch der war nun wieder nicht mehr voll!) und etwas
Kühlerflüssigkeit im Ausgleichsbehälter nochmal losgezogen und habe
die Kiste ein paar mal (wie weiter oben beschrieben) gequält... und
konnte dann das erste mal richtig zusehen, wie das Wasser wirklich
in einer kleinen Fontäne aus dem Deckel spritzte... es war nun klar
- die Zylinderkopfdichtung hält nicht ganz dicht!!
Wie viele so durch die Gegend fahren will ich nicht
wirklich wissen... denn man bemerkt es (vermutlich) nicht, wenn man
mit zu niedrigem Kühlerwasserstand fährt (was vermutlich der
Großteil macht)... und man würde es unter Umständen auch nie
bemerken, wenn man die Kiste immer schön behutsam fährt und nie über
7000 Umdrehungen kommt!!
Für mich hieß es nun ran an die Schraubenschlüssel...
Ich habe mich dann entschlossen erst mal zu
schauen, ob die Zylinderkopfschrauben ev. "nur" zu locker sind und
die dann ggf.
nachzuziehen... wenn erfolglos, kann ich die Kopfdichtung(en) ja
später immer noch wechseln!
Es ist nicht ganz ohne, was da alles abgebaut werden
muss, damit man an die Zylinderkopfschrauben kommt... und man
braucht auf alle Fälle auch einen (guten) Drehmomentschlüssel! Es
ist also sicherlich keine Arbeit die jeder selbst ausführen kann!!
Wer es sich zutraut, kann den Bildern einiges
entnehmen und es gibt ja auch Werkstatthandbücher für Details...
hier nur grob:
Voderer Zylinder:
Halterungen vom Wasserkühler vom Rahmen
abschrauben... Kühler kann dann aber "baumeln" bleiben...
Zündkerzenstecker runter, Ventildeckel runter, kontrollieren, dass
Ventile entspannt sind (OT) und - was ich IMMER zusätzliche mache:
Steuerkette und Zahnrad (nach entfetten mit Nitro) mit einem Pinsel
farbig markieren, damit später 1000%ig sofort zu sehen ist, wenn die
Steuerkette nicht wieder wie zuvor aufgelegt ist!!
Stuerkettenspanner ausbauen (und gleich für den Wiedereinbau
rückstellen!). Nun, nach umgedrehter Anzugsreihenfolge, die
Schrauben der Nockenwellenhaube lösen und Haube abnehmen...
Nockenwellen entnehmen und Steuerkette irgendwo, unter leichtem Zug,
fixieren, dass diese niemals in den Steuerkettenschacht fallen
kann!! Zur Sicherheit habe ich nun auch die welligen "Halbringe" zum
fixieren der Nockenwellen mit der Zange entnommen (nicht, dass diese
in den Motor fallen, wenn man versehentlich daran hängen bleibt!)...
die 2 Stopfen, die die unteren Zylinderkopfschrauben verdecken
abnehmen... und "schon" liegen alle Zylinderkopfschrauben zugänglich
vor einem (nur eine liegt blöd zugänglich außerhalb im V der zwei
Zyliner)...
Der Hammer:
Bei mir war die
Zylinderkopfschraube oben links überhaupt nicht angezogen!!!! Erst
als ich diese um 3-4 Umdrehungen per Hand reingedreht habe, lag die
Schraube mal endlich am Kopf an... meinen Blick hättet ihr sehen sollen...
Ich weiß nicht, ob Luigi die letzte Schraube vor dem
Feierabendgong nicht mehr geschafft hat - aber kein Wunder, dass die
Kopfdichtung undicht ist (war)... zumal auch die Schraube oben
rechts unterhalb dem (eh schon recht niedigen) Enddrehmoment von
35Nm lag.
Kurzum... ich habe alle Schrauben (in der
vorgegebenen - aber noch alten Anzugsreihenfolge) nachgezogen und eigenmächtig
wenigstens auf 40Nm Anzugsdrehmoment erhöht...
Ich habe nun auch (zum besseren Arbeiten - ev. nicht
zwingend nötig?!) die komplette Einspritzung ausgebaut um auch die
sperrige Airbox
abnehmen zu können...
Hinterer Zylinder:
Man muss nichts wirklich anders machen als vorne...
und hier war keine der Zylinderkopfschrauben lose - ev. hat den
Mario montiert und es war nicht Montag morgens oder Mittagspause :-) Also wie am vorderen alles
abgebaut, Schrauben geprüft bzw. nachgezogen und dann wieder alles
eingebaut in umgekehrter Reihenfolge... und ein bisschen(!)
Dichtmasse auf die Ventildeckeldichtung kann nicht schaden
Ergebnis des Ganzen:
Auch beim wildesten Fahren (wie oben ja schon
beschrieben) konnte ich bislang keine Wasserfontäne mehr aufsteigen
lassen und somit war das Nachziehen tatsächlich noch erfolgreich...
ob das auch noch klappt, wenn das einer schön länger hat (oder
schlimmer) kann ich nicht sagen - aber wer rechtzeitig reagiert kann
es ev. wie ich auch noch retten!!
Wenn es nicht klappt, ist der Arbeitsaufwand, so
weit ich das nun sehe, nicht sooooooo arg viel höher die Dichtung
(20 Euro das Stück) auch gleich zu wechseln... Die
Zylinderkopfschrauben müssen halt raus, Krümmer ab, Wasser raus und
Schläuche weg - dann sollten sich die Zylinder abziehen lassen...
12.000 km später (Nachtrag):
Recht genau 12000 km nach dieser Schrauben-Nachziehaktion kommt mir mal wieder eine Wasserfontäne
entgegen :-( Mein erster Gedanke war, dass da bestimmt die Schrauben
wieder lose sind... Also alles abgebaut und geschaut - neeeee...
Schrauben sind nicht lose! Also Kopf runter und neue Dichtung drauf
(zuvor Dichtflächen natürlich penibel gereinigt! UND mit
neuer
Anzugsreihenfolge wieder angezogen). Wirklich einen Fehler sehen
konnte ich bei der Sache nicht... habe dann erst überlegt, ob ich
auch hinten gleich eine neue Dichtung einbauen soll - aber mangels
einer zweiten Dichtung zu dem Zeitpunkt und dem festen Glauben, dass
es sicher wieder vorne ist (und wenn auch nur wegen der
Vorschädigung durch die letzte Undichtigkeit), habe ich alles wieder
zusammen gebaut und tags darauf ab auf "DIE" Teststrecke... MIST!!!!
Immer noch brodelt das Wasser *verflxxxxx Schxxxx!*
Also wieder zerlegen und den hinteren Zylinder
runtergebaut... hier sieht die Dichtung (unten im Bild) schon ein
bisschen arg komisch aus... und vor allem die eine, längliche
Wasserbohrung ist meines Erachtens "DIE" Stelle! Da ich Abends noch
Zeit hatte und die neue Dichtung erst am Folgetag kommen sollte,
habe ich mich entschieden eine noch lagernde, neue Dichtung zu
mehmen, die ich mal mit Nitro abgewaschen hatte (nach schlechtem
Auftrag einer speziellen Spühdichtung) und deswegen zur Seite gelegt
hatte. Habe die Dichtung mit dem Spezialmittel
eingesprüht (Copper Gasket
Cement - soll die Dichtwirkung extrem verbessern) und montiert. Kurz
vor Mitternacht *gähn* war ich fertig. War ne kurze Nacht - aber
wenigstens Kiste fertig zur Probefahrt, die dann auch endlich
erfolgreich verlaufen ist *puh*.
Klartext:
Auf alle Fälle ist für mich endgültig geklärt, dass
Kühlmittel in den Ausgleichsbehälter gehört und das ohne Probleme
gehen muss! Wenn nicht, würde ich zur Sicherheit in jedem Fall auf
den neuen Kühlwasser-Ausgleichsbehälter wechseln, Kühler und
Behälter auffüllen (und entlüften)... dann Kiste mal richtig
rannehmen... Fontäne?? Dichtung durch!!
PS: Mein vorderer Zylinder hat beim ersten mal seitlich (genau im Bereich
der losen Schraube) immer gaaaanz leicht Öl geschwitzt... unter Umständen auch schon ein Indiz...
PPS: Man soll übrigens reine Kühlflüssigkeit
ohne Wasser einfüllen und da gehen über 1,5 Liter rein, wie es
aussah!! Also damit eindecken, wenn man hier schrauben will (oder
altes Zeug nochmal verwenden?!?!)...
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